Das Rad der Wiedergeburten ist das Bild, mit dem der Buddhismus die Abfolge der Leben beschreibt. Das Lebenskonzept „Sinn des Lebens“ übernimmt es — und beantwortet die Frage, die dabei am häufigsten gestellt wird: Wann hört das auf?
Kein Kreislauf ohne Ausgang
Der Ausdruck „Rad“ legt eine Bewegung nahe, die sich ewig wiederholt. Genau so ist er hier nicht gemeint. Das Rad hat ein Ziel, und es dreht sich nur so lange, wie das Ziel nicht erreicht ist.
„Im Buddhismus wird das gesamte Entwicklungsprogramm in Lebensabschnitte aufgeteilt und als das Rad der Wiedergeburten betrachtet. Jeder Mensch hat seine individuelle Lebens- und Entwicklungsaufgabe, die er vor seiner Geburt selbst gewählt und festgelegt hat.“
— Dieter Schwerter, Kapitel 7 →
Jedes Leben ist also ein Abschnitt mit einer eigenen Aufgabe — und diese Aufgabe hat sich das Geistwesen vor der Geburt selbst gestellt. Das schließt die Lebensumstände ein, die Menschen, denen man begegnet, und die Entscheidung für eine männliche oder weibliche Inkarnation.
Der Lernstoff
Was ist die Aufgabe, um die es dabei durchgehend geht? Das Konzept ist an dieser Stelle sehr eindeutig: die Überwindung der Polarität — und in ihrem Zentrum die Gier.
Die materielle Welt ist polar gebaut. Gut und Böse, arm und reich, Egoismus und Altruismus existieren nach dieser Darstellung nur hier, nicht in der geistigen Welt. Die Auseinandersetzung mit diesen Gegensätzen ist nicht das Hindernis auf dem Weg — sie ist der Weg. Wer sie durchgearbeitet hat, braucht kein weiteres Leben in der Dreidimensionalität.
Wie viele Leben es braucht
Auf diese Frage gibt das Konzept eine Antwort, die zunächst überrascht: Es hängt von uns ab.
„Die Anzahl der Leben, die wir benötigen, um uns selbst zu vervollständigen und das Rad der Wiedergeburten zu beenden, liegt in unserer eigenen freien Entscheidung. Tröstlich ist, dass es immer wieder eine neue Chance, ein neues Leben gibt.“
— Dieter Schwerter, Kapitel 13 →
Es gibt also keine festgesetzte Zahl und keine Frist. Wer seinen Lebensplan lebt, kommt schneller voran; wer gegen ihn verstößt, braucht länger. Beides steht frei — das ist der Kern dessen, was das Konzept unter Freiheit versteht.
Was danach kommt
Und wenn das Rad einmal durchlaufen ist? Auch darauf gibt es eine Antwort, wenn auch eine zurückhaltende.
„Durchsagen von Medien im Kontakt mit der geistigen Welt besagen, dass nach Abschluss des Rades der Wiedergeburten die Weiterentwicklung außerhalb des dreidimensionalen Universums in anderen multidimensionalen Räumen stattfindet.“
— Dieter Schwerter, Kapitel 5 →
Die Entwicklung endet also nicht — sie verlässt nur den Raum, in dem wir sie beschreiben können. Das Konzept macht hier bewusst keine Bilder. Was jenseits von drei Dimensionen liegt, ist mit einem dreidimensionalen Verstand nicht zu fassen.
Warum das entlastet
Das Rad der Wiedergeburten wird oft als Last dargestellt: immer wieder zurück, immer wieder von vorn. Aus der Sicht dieses Konzepts ist eher das Gegenteil gemeint. Nicht jedes Versäumnis ist endgültig. Was in diesem Leben nicht gelingt, ist nicht verloren, sondern verschoben. Und niemand entscheidet darüber außer uns selbst.
Weiterlesen
Kapitel 7 — Einmaliges Leben oder Reinkarnation beschreibt den Lebensplan, Kapitel 9 — Polarität und Einheit den eigentlichen Lernstoff, Kapitel 13 — Leben und Tod den Abschluss eines Lebens. Den Ausblick gibt Teil 2 — Zeitenwende des Glaubens.